Anna auf dem Teller

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Leseprobe

Die Entdeckung

Anna Sophie Benz war dreiunddreißig Jahre alt und arbeitete seit vier Monaten in dem kleinen, versteckten Café „Le Jardin“ in einer ruhigen Seitenstraße in Berlin-Mitte. Das Café gehörte zu diesen Orten, die man nur kannte, wenn man sie kannte. Hohe Decken, dunkles Holz, schwere Samtvorhänge und nur zehn Tische. Es war immer angenehm ruhig, fast schon intim.

Anna war mit Abstand die Attraktion des Cafés.

Sie war 1,74 m groß, hatte langes, tiefrotes, leicht welliges Haar, das ihr bis zur Mitte des Rückens reichte, und eine Figur, die vielen Männern den Atem stocken ließ. Volle, schwere Brüste, eine schmale Taille und ein runder, fester Po, der selbst unter der strengen schwarzen Schürze nicht zu verstecken war.

Es war kurz nach sieben Uhr abends und das Café war beinahe leer. Nur ein Gast saß noch am Tisch in der hintersten Ecke, halb verdeckt von einem der schweren Vorhänge.

Alexander Voss.

Er kam seit fast drei Wochen fast jeden Tag. Immer zur gleichen Zeit, immer an denselben Tisch. Seine dunkelbraunen Augen ruhten fast immer auf Anna.

An diesem Abend war Anna allein im Gastraum. Sie wischte gerade die Theke ab, als sie spürte, dass er sie wieder ansah.

Sie nahm ihren Mut zusammen, griff nach der Kaffeekanne und ging langsam zu seinem Tisch.

„Möchten Sie noch einen Espresso, Herr Voss?“

Alexander Voss hob langsam den Blick. Seine dunklen Augen wanderten ganz offen über ihren Körper – von ihren roten Haaren über ihren Ausschnitt bis hinunter zu ihren Beinen.

„Nein, danke. Aber ich hätte gerne etwas anderes von Ihnen, Anna Sophie.“

Er lehnte sich leicht zurück, ohne den Blick von ihr zu nehmen.

„Ich beobachte Sie jetzt seit einundzwanzig Tagen. Jeden Ihrer Schritte. Jede Ihrer Bewegungen.“

Er machte eine kurze Pause und fuhr fort:

„Sie sind mit Abstand das schönste Stück Fleisch, das ich seit sehr, sehr langer Zeit gesehen habe.“

… und es geht weiter.

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